Der Elbe-Ohre-Radweg in der Region Elbe, Ohre & Heide

Weg: Rundweg
Länge: 23 km
Untergrund: fest und eben
Profil: kaum Anstieg

Der Elbe-Ohre-Radweg – familienfreundlich da keine befahrenden Straßen bzw. nur Radwege genutzt werden.

Der Elbe-Ohre-Radweg ist ein Rundweg nördlich von Magdeburg mit einer Länge von ca. 23 km. Er beginnt am Wasserstraßenkreuz Magdeburg wo der Mittellandkanal in einer Trogbrücke die Elbe überquert. Von dort begleitet er die Elbe ein Stück ihres Weges, durchquert Auwälder und Weideflächen bis zum Elb-Dorf Heinrichsberg.

Weiter zum Mündungsbereich der Ohre in die Elbe entlang des Naturschutzgebietes „Rogätzer-Hang und Ohremündung“. Er folgt der Ohre auf befestigten Deichwegen bis er im Elbe-Dorf Glindenberg zum Anfangspunkt zurückkehrt.

Bild-, Text-, und Kartenmaterial sind urheberechtlich geschützt. Luftbilder vom Wasserstraßenkreuz mit freundlicher Genehmigung von Foto-Video-Lehmann >> .

Der Starpunkt des Elbe-Ohre-Radweges ist das Wasserstraßenkreuz Magdeburg wo der Elbe-Ohre-Radweg den Elberadweg kreuzt. Hier wird der Mittellandkanal in einer Trogbrücke über die Elbe geführt. Auf der östlichen Seite der Elbe (Seite des Elberadweges) vereinigen sich Mittelandkanal und Elbe-Havel-Kanal. Mit dieser technischen Meisterleistung wurde ein lang gehegter Traum umgesetzt der schon Anfang des 20. Jahrhunderts (1902) verwirklicht werden sollte. Die schrecklichen Ereignisse der 2 großen Weltkriege verhinderten das. So konnte das Wasserstraßenkreuz erst 2001 dem Schiffsverkehr übergeben werden.

Zum Wasserstraßenkreuz gehört auch eine riesige Schleusenanlage (Sparschleuse) in der große Schubverbände (Lasten-Schiffe) die Höhenunterschiede zwischen Elbe und Mittellandkanal überwinden können. Mit deren Fertigstellung 2001 sollte die alte Schleuse „Rothensee“ in Rente gehen. Doch das technische Denkmal wird durch viele Initiativen am Leben gehalten und kann von Besuchern bewundert werden.

(Bild Steffen Lehmann. Mehr Luftbilder der Region Magdeburg hier >> .)

Im nächsten Abschnitt durchquert unser Elbe-Ohre-Radweg einige Rest-Auwälder. Auwälder entstehen entlang von Flüssen. Es sind Bereiche die bei Hochwasser überflutet werden oder in denen das Grundwasser sehr dicht an die Oberfläche drängt. Sie sind durchschnitten von alten Seitenarmen des Flusses welche die meiste Zeit des Jahres Wasser führen.

Alte Eichen, Eschen und Erlen bilden hier den Baumbestand. Auwälder zählen zu den artenreichsten Lebensräumen unserer Region und sind deshalb besonders schützenswert.

Unser Rundweg folgt hier dem Elbdeich der nach dem Jahrhunderthochwasser 2012 erneuert und erhöht wurde. Die Gemeinden Glindenberg und Heirichsberg mussten damals evakuiert werden da dieser Deich an der Last des Elbhochwassers zu brechen drohte.

Bevor die Elbe mit großen Deichen und Buhnenanlage in ihr Bett gezwungen wurde veränderte sich bei fast jedem Hochwasser der Flussverlauf. Sie schlängelte sich durch die große Flussebene die in den Eiszeiten entstanden ist. In den Rand-Bereichen dieser Mäander (die Kurven des begradigten Flusses) lagerte sich fein gewaschener Sand und grober Kies ab. Diese Ablagerungen werden heute an vielen Stellen abgebaut und damit die Häuser und Straßen in der Region erbaut.

Das „Braunschweiger Kiesloch“, an dem der Elbe-Ohre-Radweg vorbeiführt, ist so eine ehemalige Abbaustelle. Damals waren diese mit der Elbe verbunden um Sand und Kies über das Wasser abzutransportieren. Große Lastkähne verschifften die Baumaterialien zu den Kunden. Heute geschieht dieser Transport durch große LKW über das Straßennetz.

Bild: Alte Postkarte aus der Region. In Vordergrund Elbfischerei und im Hintergrund ein Verband von Lastkähnen.

In Heinrichberg angekommen lohnt sich ein kleiner Abstecher direkt an die Elbe. Hier offenbart sich nämlich ein sehr interessante Aspekt. Heinrichsberg ist nämlich ein Ort ohne Kirche. Der Grund liegt in der Entstehungsgeschichte verborgen. Vor ca. 400 Jahren lang Heinrichberg nämlich noch ostelbisch, war deshalb gewissermaßen eins mit Niegripp. Als die Elbe nach einem Hochwasser ihren Flusslauf änderte wurden die beiden Orte getrennt. Doch noch einige hundert Jahre führen die Heinrichsberger mit dem Kahn zum Sonntagsgottesdienst nach Niegripp und begrüben dort ihre Toten.

Bis in die 1955 Jahre verband noch eine Fähre die beiden Orte die die Elbe getrennt hatte. Wenn Sie am Fähranleger stehen (Parkplatz) und Richtung Ort schauen sehen Sie auch das ehemalige „Gasthaus zur Fähre“ (später „Elbterassen“). Auch andere Gebäude, die Sie auf den alten Postkarten in der angefügten Bilder-Galerie sehen, werden Sie noch heute wiederfinden.

Für die tollen Luftbilder vom Wasserstraßenkreuz bedanken wir uns bei Steffen Lehmann. Super Luftbilder aus unserer Region. Weitere Info´s findet Ihr hier: Luftbildfotograf Steffen Lehmann >>

Auch heute noch lagert sich an den Buhnen der Elbe der weiße, feine Sand ab den der Fluß mit sich trägt. Kleine Sandstrände laden zum Verweilen ein und auch um an heißen Sommertagen etwas Abkühlung im klaren Elbwasser zu finden.

Bis zu den Wendejahren konnte es sich wohl kaum ein Elbanwohner vorstellen, dass die damalige chemisch stinkende und eigentlich Tote Brühe in wenigen Jahren wieder zum Leben erwachen wird.

Heute ist unsere Elbe ein Artenreicher Fluss in dem Welse und vereinzelt sogar Lachse wieder anzutreffen sind. Nachdem die Schadstoffeinleitungen der Industrie eingestellt wurden eroberte sich das Leben seinen angestammten Platz in unserem Fluss zurück.

Hier trennen sich unser Rundweg und die Elbe. Im Bereich des Naturschutzgebietes „Rogätzer Hang und Ohremündung“ fließt die Ohre in die Elbe. In dieser Mündungsniederung existiert noch eine natürliche Flussdynamik. Ein Auengrünland durchzogen von Altarmen und kleinen Seen die durch Tonabbau entstanden sind. Ein sich ständig ändernder Wasserstand hat die Tier-, und Pflanzenwelt geprägt.

Auf unserer Fluss-Seite prägen Weideflächen das Landschaftsbild. Gegenüber dominieren Weichholz-Auwälder mit verschiedensten Weiden, Ulmen, Eschen und Erlen.

Früher prägten Streuobstwiesen den Ohrehang. Leiden lohnen sich solche alten Anbauformen nicht. Deshalb drohten diese Streuobstwiesen zu verschwinden. Wir haben es dem örtlichen NaBu zu verdanken, dass sie erhalten bleiben. Alte Bäume werden gepflegt und neue Streuobstwiesen werden angelegt. So bleiben alte Obstsorten und dieser einzigartige Lebensraum erhalten.

Der nächste Halt gibt Einblick in die Geschichte unserer Region und wie der Mensch das Landschaftbild verändert hat. Dort wo die Landstraße (L52) die Ohre überquert kann man in einen alten Mäander schauen.

Mäander sind Flussschlaufen. Gerade im Mündungsbereichen schlängelt sich ein Fluss durch die Mündungsebene. Bei Hochwasser ändert er häufig seinen Verlauf und schlängelt sich auf einen anderen Weg zu seiner Mündung. Das Wasser fließt dadurch sehr langsam, was einen hohen Grundwasserspiegel zur Folge hat. Feuchte Wiesen, Wasserlöcher und Sumpfgebiete sind die Folge.

Der Mensch brauchte aber trockene Ackerflächen und Weiden. Außerdem sind die Böden der Mündungsbereiche immer besonders fruchtbar. Deshalb wurden solche Mäander abgeschnitten, der Flusslauf so begradigt und dadurch die Fließgeschwindigkeit erhöht. Mehr Wasser konnte abtransportiert werden, der Grundwasserspiegel sank und die Sümpfe trockneten aus.

Auf dem Luftbild ist noch sehr gut der alte Flussverlauf zu sehen. Noch heute steht Wasser im alten Flussbett das versumpft ist. Bei Hochwasser ist hier immer ein kritischer Punkt da dort Wasser unter den Deich durch drängt.

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