Met selber machen - sicheres Rezept

Materialien zur Metherstellung

Met selber zu machen ist eigentlich nicht schwer. Es dauert aber bis zu 3 Monate bis er ausgereift ist. Wer zum Weihnachtsfest seinen eigenen Met servieren möchte muss Met also schon im September ansetzen.

Hier gibt es mal ein Rezept mit dem man Met selber herstellen kann. Dabei habe ich das alles so einfach wie möglich gehalten. Man hat fast alle Zutaten und Utensilien im Haus. Wenn man sich entschließen sollte größere Mengen herzustellen, kann man sich eine professionelle Ausrüstung zulegen. Aber um es zu probieren reichen einige wenige “Werkzeuge”. Hier mal die Aufzählung, mit Rezept und Anleitung…

Ihr braucht:

  • Eine große Flasche (ich habe hier eine alte 5-Liter Weinflasche)
  • Eine kleinere Flasche (1 Liter Inhalt)
  • Gärröhrchen oder Klebeband, Schlauch und Wasserglas
  • 1,5 kg Honig
  • 500 ml Apfelsaft
  • Weinhefe (Sherry oder Portwein)
  • Der Saft von 2-3 Zitrone

Ich empfehle euch wirklich Weinhefe zu benutzen. Oft habe ich Rezepte gelesen in denen sogar von Bäckerhefe oder Bierhefe die Rede war. Dabei sollte man aber folgendes wissen. Weinhefen sind spezielle Züchtungen die genau auf die entsprechenden Bedürfnisse der Weinherstellung „getrimmt” sind. Die anderen Hefen bilden bei der Gärung einen starken Eigengeschmack aus. Der kann sogar die feine Honignote überdecken.

Wer aber erst einmal probieren möchte kann den ersten Versuch ja mit Trocken-Backhefe machen (aus dem Supermarktregal in den kleinen Tütchen). Die bildet relativ wenig Eigengeschmack.

Aber nun zur Sache!

Starterkultur mit der Hefe ansetzen

Als erstes müsst ihr mit der Hefe und dem Apfelsaft eine „Starterkultur” anlegen. Es ist nämlich so, dass die Hefe sich in dem in Wasser gelösten Honig nicht besonders wohl fühlt. Es kann sogar passieren, dass der Ansatz nicht zu gären beginnt. Dann war die Arbeit umsonst. Mit einer Starterkultur geht ihr auf Nummer sicher!

Für die Starterkultur nehmt naturtrüben Apfelsaft aus dem Supermarktregal (naturtrüb ist Wichtig!). Wenn ihr so 0,5 Liter Saft habt füllt ihr den in eine Flasche. Gebt nun die Hefe dazu und verschließt die Flasche mit einer Folie und einem Gummiband. Hefe und Saft sollten beim Vermischen Zimmertemperatur haben. Das Ganze lasst ihr einen Tag stehen. Ob die Gärung in die Gänge gekommen ist erkennt ihr wenn der Saft beim leichten Schütteln aufschäumt. Wenn dem so ist, kann es an den nächsten Schritt gehen.

Honigwasser herstellen

Für die Herstellung von Honigwein löst ihr den Honig in ca. 3,5 Liter Wasser. Um die Sache etwas zu beschleunigen könnt ihr warmes Wasser nehmen. Um die Bedingungen für die Weinhefe zu verbessern gebt bitte den Saft von 2 Zitronen und einen geriebenen Apfel (ohne Kerngehäuse) mit hinein. Füllt die Mischung in die große 5-Lieter-Flasche.

Honigwasser mit Hefe „impfen”

Nun stellt die Flasche mit der Starterkultur und die 5-Lieter-Flasche solange nebeneinander bis sich beide in der Temperatur angeglichen haben (Zimmertemperatur). Dann die Hefe-Kultur in das Honigwasser. Das Angleichen der Temperatur ist wichtig. Die Hefen können durch zu große Temperaturunterschiede schnell einen Schock bekommen und die Gärung kommt nicht in Gang. Hefen sind halt sehr sensible Einzeller…

Es geht an die Gärung

Nun verschließt die Flasche mit einem Gärröhrchen. Wenn ihr keins habt dann einfach ein Stück Schlauch in den Hals und mit Klebeband abdichten. Das andere Ende des Schlauchs in ein Glas Wasser und das improvisierte Gärröhrchen ist fertig. Das macht man um zu verhindern, dass Luft an den zukünftigen Met kommt. Das garantiert, dass nur die Hefen arbeiten und keine unerwünschten Bakterien. Die Bakterien brauchen Sauerstoff zum überleben. Der ist in der Luft enthalten. Die Bakterien würden nämlich aus dem Honigwein schnell Honigessig machen! Aber!! ohne Luft keinen Sauerstoff, ohne Sauerstoff keine Bakterien und ohne die bleibt Wein auch Wein…

Ein paar Prozente mehr gefällig ???

Nach 2 Wochen könnt ihr schon mal vorsichtig probieren. Wirklich fertig ist der Met aber erst nach so 3 Monaten. Dann könnt ihr den auch in Flaschen abfüllen und lagern.

Wer es vom Alkoholgehalt noch etwas ernster meint, kann nach 6 Wochen noch 250g Zucker dazugeben. Das gibt noch einige Prozente mehr…

Achtung! Lößt den Zucker aber vorher in Wasser auf. Das ist sonst so, als würdet Ihr in eine Flasche Cola einen Löffel voll Salz kippen! Es würde Euch alles um die Ohren fliegen!

Viel Spaß beim Nachmachen…

9 Comments
  1. Rittersmann 2 Jahren ago

    Danke für den Tipp, hab mir bisher immer meinen Honigwein kaufen müsse, aber das werde ich mal ausprobieren! 🙂

  2. Petra 10 Monaten ago

    Hallo, ich weiß nicht wie alt der Beitrag ist aber ich versuche es einfach.
    Wieviel Weinhefe muss man nehmen?
    Danke für die Info
    Lieben Gruß

    • Author
      Christian Bosse 9 Monaten ago

      Hallo Petra,
      das ist von Hefe zu Hefe unterschiedlich. Auf den Weinhefen steht es drauf. Da ist meist ein sehr umfangreicher Beipackzettel dabei. Wenn Du es mit Trockenhefe (Backhefe) versuchen möchtest, dann in die Starterkultur auf einen Lieter Apfelsaft ein Päcken.

      LG Christian

  3. Alex 9 Monaten ago

    hey! will ich demnächst auch probieren. Wie merke ich ob der Met fertig ist?

    LG

    • Author
      Christian Bosse 9 Monaten ago

      Einfach gesagt… wenn er nicht mehr blubbert und sich am Boden des Gefässes Satz bildet. Es lohnt sich aber den Met noch einige Wochen oder gar Monate stehen zu lassen. Durch den Reifungsprozess bildet sich erst das wahre Met-Aroma heraus!
      LG Christian

  4. Bianca 7 Monaten ago

    Wie lange hält sich denn der Met?
    Und lässt sich der Geschmack in etwa mit vom gekauften Met vergleichen bzw. schmeckt er gut nach Met? Ich hab nämlich schon mal probiert selbst Bier zu brauen und es schmeckte… naja^^
    lg Bianca

    • Author
      Christian Bosse 7 Monaten ago

      Bei entsprechender Lagerung hält sich der Met unbegrenzt. Geschmackliche Unterschiede entstehen durch unterschiedliche Honigsorten. Auch ist dieser Met, bedingt durch die Art der Vergärung kaum süß. Das mag manch einer (wie ich) und manch einer mag das nicht. Das liegt daran, dass der Met solange gärt bis aller Zucker zu Alkohol vergören ist. Wenn man Met süß mag muss die Gärung bei der gewünschten Restsüße durch die Zugabe von Kaliumpyrosulfid (schwefeln) abgebrochen werden.

      LG
      Christian

      • Alex 3 Monaten ago

        Danke für das Rezept. Hoffe meine 10l werden was:)

        Könnte ich den fertigen Met nochmal mit mit Honig süßen?

        • Author
          Christian Bosse 2 Monaten ago

          Vor dem Süßen müsste der Met geschwefelt werden. Sonst würde durch die Zugabe des neuen Honigs die Gärung wieder in die Gänge kommen.

          Grüße
          Christian

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